Uraufführung: "Esh" von Chaya Czernowin in Cottbus
Gustav Mahlers 3. Symphonie steht auf dem Programm des letzten philharmonischen Konzerts der Spielzeit beim Philharmonischen Orchester Cottbus. Dem großformatigen Werk stellt das Orchester die Uraufführung von Esh voran, einem neuen Orchesterwerk aus der Feder der israelischen Komponistin Chaya Czernowin. Zu ihrem neuen Werk erklärt sie:
"Esh (hebräisch für 'Feuer') ist eine große Miniatur von weniger als zehn Minuten Spieldauer. Geschrieben habe ich das Stück für ein großes Orchester, bei dem einige Klarinetten durch Saxophone und vier Hörner zeitweise durch vier Tuben ersetzt werden. Hinzu kommt ein Countertenor, dessen Part bei der Uraufführung der wunderbare Kai Wessel übernimmt.

Aber nicht nur wegen der großen und ungewöhnlichen Orchesterbesetzung ist es eine große Miniatur, sondern auch wegen des Themas: Die Musik bildet den monumentalen, ausgedehnten Prozess der Korrosion großer natürlicher Strukturen nach. Dieser Prozess ist in der Regel zu langsam, um vom menschlichen Auge und Ohr wahrgenommen zu werden. Manchmal jedoch geschieht etwas, das die fragile, gefährdete Balance stört, die dynamischen Verhältnisse verändert und zu einem abrupten Wandel führt – so wie ein Berg, der bei einem Sturm zusammenbricht, nachdem der Wind über hunderte von Jahren unmerklich an seinen Felsen genagt hatte. Esh konzentriert sich auf die langsame Macht dieses Prozesses und auf den plötzlichen Punkt des Anstoßes."
- Chaya Czernowin
Chaya Czernowin
Esh (Fire)
for orchestra with countertenor
(2012)
8’
• 8. Juni 2012 · Cottbus (D)
Lausitz-Arena
Kai Wessel, Countertenor
Philharmonisches Orchester Cottbus
Dirigent Evan Christ
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