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Blumer, Theodor Sextette
für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier op. 45 und op. 92 Interpreter: Aura Ensemble Publisher: Antes BM-CD 31.9215 Category: CDs
Das Orchester 09/2006, Page 94
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Nur wenigen wird der hier mit zwei Kammermusikwerken zu hörende Komponist bekannt sein, ist er doch im Konzertleben allenfalls noch mit seinen Werken für Bläserquintett präsent. Theodor Anton Blumer wurde 1881 (nicht wie auf der CD-Hülle vermerkt 1882) in Dresden geboren und hat dort bei Felix Draeseke seine Kompositionsstudien absolviert und seine pianistische Ausbildung erhalten. Über viele Jahre hat er als Kapellmeister am Rundfunk in Dresden und Leipzig gewirkt. 1952 ging er nach Berlin, wo er 1964 verstarb.
Eine seiner Leidenschaften als Pianist galt dem gemeinsamen Musizieren mit Bläsern. Dieser konnte er mit dem Bläserquintett der Dresdner Kapelle nachgehen. Da die Literatur für die Besetzung Bläserquintett und Klavier sehr eingeschränkt ist, schrieb er 1921 ein erstes Sextett, sein op. 45, und zwanzig Jahre später die Kammersinfonie op. 92, ebenfalls in der Sextettbesetzung mit Bläserquintett und Klavier. Dabei ließ er sich nicht dazu verführen, dem Klavierpart eine besonders dominante Rolle zukommen zu lassen.
Schon die Satzüberschriften zeigen, dass Blumer nicht auf der Suche nach neuen Wegen in der Komposition war, sondern aus der Musik des 19. Jahrhunderts heraus schöpfte. Das Sextett op. 45 ist ein kurzweiliges Variationenwerk über ein originales Thema. Die sieben kontrastierend angeordneten Variationen erhalten charakterisierende Zusätze wie Capriccio, Pastorale, Slawischer Tanz, Romanze und Humoreske.
Das ausgedehnte Sextett op. 92 mit einer Spieldauer von 37 Minuten folgt dem viersätzigen Sonatenschema. Der erste Satz in mäßig schnellem Tempo ist sehr ausgedehnt und gerät an die Grenze des Zerfließens. An zweiter Stelle steht ein intermezzoartiges, sehr knappes Scherzo, auf das ein elegisches Andante sostenuto folgt. Im Schlussrondo mit einem Soldatenliedzitat aus Schlesien dominiert das traditionelle Jagdmusik-Modell. Blumer schreibt eine gefällige Musik, die ihre Stärken in den knapperen Formen des ersten Sextetts hat. Für die große Form fehlt ihm bisweilen die kompositorische Prägnanz.
Das Aura Ensemble mit Kathrin Troester (Querflöte), Barbara Bode (Oboe), Udo Grimm (Klarinette), Uwe Tessmann (Horn), Sergio Giordano (Fagott) und Christof Keymer (Klavier) verfügt über technisch gute Solisten und spielt die Musik Blumers ausdrucksvoll und ausgewogenen im Klang. Aufnahmetechnisch fehlt es der Einspielung allerdings etwas an Brillanz.
Heribert Haase
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