|
|
 |
| Giger, Peter |
 |
Mit keiner seiner Gruppen erzielte Peter Giger einen so grossen und nachhaltigen Erfolg wie mit der "Family of Percussion".
Schon Ende der sechziger Jahre bildete sich bei ihm die Idee, eine Gruppe allein mit Schlagzeugern und Perkussionisten zu gründen. 1971, noch als Dozent an der Swiss Jazz School in Bern tätig, formierte er dort mit den Drummern Alex Bally und Marc Helmann den "Drum Circus" . Diese Gruppe war noch mit "Melodieinstrumenten" besetzt (Gerd Dudek, saxes/flute, Joel Vandrogenbroek, organ/sitar, Isla Eckinger, bass), der Sänger war der später zu grosser Bekanntheit aufsteigende Polo Hofer.
Erst 1976 in Frankfurt/M war es dann soweit. Nachdem er ein Jahr zuvor, mangels geeigneter Mitspieler, seine viel beachtete Solo-LP auf eigenem Label herausbrachte (Titel: Family of Percussion), bei der er mit Multi-Tracking die Einzelstimmen seiner Kompositionen selbst einspielte, gründete er die FOP zunächst mit den Schlagzeugern Joe Nay, Christoph Haberer, Heinrich Hock und dem Vibraphonisten Wolfgang Schlüter.
Ein Jahr darauf, 1977, besetzte er die Gruppe völlig neu und verpflichtete den Drummer Doug Hammond, den Congaspieler Tom Nicholas (beide USA) und den Tablaspieler Trilok Gurtu (Indien) in die Family.
Die Auftritte der Gruppe in ganz Europa zog die Gründung von Perkussionsensembles überall nach sich. Für unmöglich gehaltene Musik allein von Perkussionisten gespielt, wurde salonfähig und ist heute nicht mehr aus dem Musikleben wegzudenken.
Peter Giger schrieb Ende der achziger Jahre über die Family:
"Mit der Family of Percussion haben wir neue Musik geschaffen, einiges davon nie gehört oder gespielt. Eine Mischung von kulturellen Hintergründen mit der Idee, Jazz zu spielen. Neue Instrumentierungen, Rhythmen wurden komponiert oder entstanden spontan. Der rhythmische und polymetrische Aspekt dominierte. Es war nicht leicht, eine herkömmliche Rollenverteilung der Instrumentalisten gab es kaum."
Die Presse schrieb:
"Neben Max Roachs M'Boom ist die Family of Percussion sicherlich das aufregendste Perkussionsensemble im derzeitigen Jazzgeschehen." Jazz Podium, Stuttgart
"Die interessanteste musikalische Herausforderung der letzten Jahre." Die Zeit
"Die "Family of Percussion" des Berner Schlagzeugers Peter Giger gilt weit über Europa hinaus als einzigartiges Perkussionsensemble, das Rhythmen bedeutender Musikkulturen zu einer neuen Art Weltmusik verschmilzt." Tagesanzeiger, Zürich
"Das Quartett erreicht Musik von einem Abwechslungsreichtum und einer Fascination, die an Zauberei grenzt und Freunde guter Musik aus allen Lagern anspricht." Die Welt
Biografische Daten Peter Giger:
1939 geboren in Zürich, aufgewachsen in Bern und Umgebung
1958 Berufsmusiker, tourt in Europa mit den TREMBLE KIDS, Oskar Klein, Albert Nicholas, Bill Coleman, Joe Turner, Wild Bill Davison, Peanuts Holland
1960 kurzes Gastspiel in Armand Gordons Ragtime Band, übersiedelt nach Paris: Bill Coleman, Stéphane Grapelli, Memphis Slim u.a.
1961 Claude Bolling Sextet / Big Band
1963 LP-Aufnahmen mit Duke Ellington, Billy Strayhorne, Alice Babs, Tour mit Beryl Bryden, Diz Dizzley und Johnny Parker in Malaysien und Sarawak.
1964 beim Step-Tänzer Harold Nicholas, René Urtreger
1965-68 Studiomusiker in Paris, wieder bei Claude Bolling
1969 kehrt nach Bern zurück. FOUR FORJAZZ, Heinz Bigler, Isla EckingerJoe Haider, Gerd Dudek, Benny Bailey. Mitbegründer der Swiss Jazz School
1970 Initiator der 1. Internationalen Jazz Clinic in Wengen, Schweiz
1972 übersiedelt nach Frankfurt / M., Albert Mangelsdorff Quintett
1973 Veröffentlichung der "neuen schlagzeugschule" Vol. I (vergriffen)
1975 Solopercussion LP. Gründet das Label "nagara-records".
1976 Trio Giger-Lenz-Marron. Initiator und Leiter des 1.Perkussionskurses in Weikersheim
1977 Soloauftritt auf den Berliner Jazztagen. "neue schlagzeugschule" Vol. II (vergriffen). Solo LP wird durch Initiative von Max Roach in den USA produziert. Gründet die FAMILY OF PERCUSSION (FOP) mit Trilok Gurtu, Doug Hammond und Tom Nicholas
1979 "direct-to-disc"-LP: "Africa meets Europe", mit Papa Oyeah Makenzie (Ghana)
1980 LP und Tournee mit FOP und Archie Shepp
1984 FOP in Indien. New Delhi, Bombay, Madras, Konzerte u.a. mit Zakir Hussein, Umayalpuram K. Shivaraman und Palgat Raghu. Gäste in Gigers verschiedenen Gruppen: Nana Vasconcelos, Gerd Dudek, Wolfgang Dauner, Joachim Kühn, Steve Swallow, Michal Urbaniak, Victor Bailey, Alan Skidmore, Christian Escoudé, Sam Rivers, Chistof Lauer, John Schröder, Thomas Heidepriem u.v.a. Leiter des "World Percussion and Jazz Jubilee", Wengen
1985 Beginn der Zusammenarbeit mit Mangelsdorff/Dauner & FOP - "Moon at noon"
1986 Duo-Konzert mit Max Roach auf dem Jazzfestival Hofheim
1988 "Peter Giger Quartet" mit Jasper van t‘Hof, Tomasz Stanko und Vitold Rek.
1991 "FOP & Friends" in Mosambik. Fusion mit Timbilamusikern aus Zavala (Leitung:Eduardo Durao). "Peter Giger Trio" mit Gerd Dudek und Vitold Rek
1992 FOP & Friends mit der senegalesischen Gruppe SAF SAP. Zweite Reise nach Mosambik. "JAZZ meets TIMBILA" auf dem JazzFest Berlin, Live-CD "Mozambique meets Europe"
1994 zieht nach Meißen und gründet Tonstudio. Tour mit seinem Trio und der FOP in den neuen Bundesländern
1996 Dritter Besuch der FOP in Mosambik. Grosse Festivals in Zavala und Maputo.
1999 Film: HERR DER TROMMELN - "die Peter Giger Story". Initiiert "Weltmuseum für Perkussionsinstrumente Förderverein Dresden e.V." mit Dozenten der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber", u. a die Professoren Siegfried Ludwig, Günter "Baby" Sommer und Bernhard Schmidt.
2000 Teilnahme der FOP am "Euro Art Meeting" in Wroclav, Polen: "Ethnic Percussion Symphony" von Sambor Dudzinski |
 |
|
|
|
 |
|
|