Ernst Toch
* 7. Dezember 1887
† 1. Oktober 1964
Herkunftsland: Österreich
In Kürze:
Die Prinzessin auf der Erbse
Dirigent: Christoph Altstaedt; Christoph Stöcker
8. Juli 2013 | Opernhaus - Düsseldorf - Deutschland
Die Prinzessin auf der Erbse
Dirigent: Christoph Altstaedt; Christoph Stöcker
9. Juli 2013 | Opernhaus - Düsseldorf - Deutschland
Profil
Bei den Donaueschinger Musiktagen für zeitgenössische Kammermusik wurden Werke Tochs aufgeführt, die sich von romantischen Stilmerkmalen abwenden und durch jene Neue Sachlichkeit auszeichnen, die auch die dramatischen Werke Die Prinzessin auf der Erbse (1927) und Egon und Emilie (1928) prägt. Im Jahr 1929 übersiedelte Toch nach Berlin. Konzerte von Erich Kleiber mit der Theater-Suite machten seine Musik ab 1932 auch in Amerika populär. Von Serge Koussevitzky wurde Toch eingeladen, mit dem Boston Symphony Orchestra das 1. Klavierkonzert aufzuführen. Daran schloss sich eine USA-Tournee an, die ihm den Weg für seine späteren Erfolge in Amerika ebnete.
Sein 2. Klavierkonzert, die Sinfonie für Klavier und Orchester (1932), wurde durch Sabotageakte der nationalsozialistischen "Antibolschewisten" zu einem Misserfolg. Bei der Machtübernahme durch die NSDAP im Januar 1933 befand sich Toch in Florenz. Er emigrierte von dort aus nach London und 1934 nach New York, wo er an der New School for Social Research lehrte. 1936 wurde er Professor für Komposition und Musiktheorie an der University of Southern California in Santa Monica. 1940 nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Toch schrieb elf Werke für die Filmproduktionsfirma Paramount; in den Jahren 1935, 1941 und 1944 wurde seine Musik für den Oscar nominiert. Zu seinen berühmtesten Filmkompositionen zählt das Hallelujah aus Der Glöckner von Notre Dame.
Gegen 1950 nahm Toch die Arbeit an Konzertmusik wieder auf und schrieb u.a. sieben Sinfonien, in denen er zur Musiksprache der Kompositionen seiner Jugend zurückkehrt. Seinen Stellenwert als Komponist konnte er in Europa wie viele andere Emigranten nach der erzwungenen langen Abwesenheit nicht wieder herstellen, der Erfolg blieb auf Amerika beschränkt. Er erhielt 1957 den Pulitzer-Preis für seine 3. Sinfonie und einen Grammy-Award (1960). Ernst Toch starb am 1. Oktober 1964.
Informationen über den Nachlass von Ernst Toch erhalten Sie auf der Homepage des Toch-Archivs der University of California, Los Angeles.
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