Was ist eigentlich "jüdische Musik"? Die beiden Musikethnologen Rita Ottens und Joel Rubin stellen in ihrer "Jewish Music Series" die vielfältigen Musiktraditionen der jüdischen Bevölkerungen der Kontinente vor. Diese Traditionen reichen von den melismenreichen orientalischen Traditionen des Jemen und Syriens, unbegleitet vorgetragenen judeo-spanischen Romanzen, religiösen Bittgesängen, den so genannten "bakkaschot", bis hin zum osteuropäischen Klezmer-Repertoire, wie es die russisch-jüdischen Forscher An-ski, Engel und Beregovski in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sammelten. Allen diesen Formen, ob klassisch, traditionell, urban, populär und volkstümlich ist eines gemeinsam: Sie wurzeln in der jüdischen Religion und Tradition, sind Bestandteil der jüdischen Erfahrung und Geschichte. Bereits die erste Veröffentlichung der Reihe, Konzertmitschnitte aus dem Rahmenprogramm zu der Ausstellung "Jüdische Lebenswelten" 1992 in Berlin, erhielt international großes Lob, weil sie mit dem geschulten Blick von "innen" die enorme Bandbreite jüdischer Musiktraditionen von heute auch dem nichtjüdischen Publikum ermöglichte. Von Anfang an machten es sich die Herausgeber der Reihe zur Aufgabe, bedeutende Traditionsträger – etwa den Klezmer-Klarinettisten Max Epstein – und die außerhalb der jüdischen Gemeinschaften wenig bekannten Musiktraditionen – beispielsweise jene, die sich in der türkisch-jüdischen Kunstmusik des Kantors Isaak Algazi widerspiegeln – vorzustellen. Zugleich zeigen sie sich aber auch den aktuellen Trends der heutigen chassidischen Musik gegenüber aufgeschlossen.
"In der Reihe JEWISH MUSIC SERIES beim Label WERGO [...] ist bereits eine ganze Palette herausragender CDs veröffentlicht worden." JÜDISCHE ALLGEMEINE
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